Lleica

Leica: Mythos oder sinnvolle Wahrheit

Leica: Mythos oder sinnvolle Wahrheit

Um diese Frage weitestgehend seriös und auch sinnvoll zu beantworten, musste ich mir für mich selbst vorab eine Reihe von verschiedenen Fragen stellen, um mich dem Thema anzunähern. Auch ich selbst neige manchmal dazu über Investitionen im fünfstelligen Eurobereich ein wenig nachzudenken. Meine langjährige Lebensgefährtin Ingrid sieht das zwar etwas anders, aber ich bestehe vehement auf dem Standpunkt, nur vernünftige Entscheidungen zu treffen und Geld nur vernünftig zu investieren. Nach der Leidenschaft für Flugzeuge und dem Hobby, ein Oldtimer-Flugzeug über viele Jahre besessen und gepflegt zu haben, stehe ich mit meinen Argumenten gegenüber meiner lieben Lebensgefährtin natürlich auf dünnem Eis. Aber es sei wie es sei. Es geht hier nicht um meine Verrücktheiten aus meiner Jugend, sondern um ein sehr ernstes Thema. Zumindest für mich!

Als ich zum ersten mal eine Leica in Händen hielt konnte ich ehrlich gesagt mit diesem simplen Ding, an dem man ja fast gar nichts einstellen kann, nicht viel anfangen. Schnell fiel meine Entscheidung beim Kamerakauf zugunsten einer Nikon aus. Das war eine tolle Kamera! Es schien fast so, als ob sie mehr Knöpfe als Funktionen hatte und ich war mir sicher, mit dieser Kamera überall, wo ich mit ihr auftauchte, einen „sehr wichtigen“ Eindruck zu machen. Ja im ernst! Ich dachte damals noch, dass gute Fotografie vom Eindruck, den man mit seiner Kamera oder mit seinem Equipment macht, abhängt. Schnell habe ich damals die führenden lichtstarken Objektive der  Firma Nikon gekauft und so manchem Nikon Händler damit wahrscheinlich ein nettes Geschäft beschert. Als mein Nikon Equipment komplett gewesen ist, habe ich – oder besser gesagt meine Steuerberaterin festgestellt, dass ich einen netten Mittelklassewagen in mein neues Hobby investiert habe. Nun ja, „ist eh wurscht!“ hab‘ ich mir damals noch gedacht. Damals dachte ich allerdings auch dass nur aufwändiges und schweres Equipment im Endergebnis zu guten Fotos führt.

Ich schleppte also 30 kg Equipment durch die entlegensten Gebiete unseres schönen Landes, um auch an den entferntesten Winkeln,  wie zum Beispiel den Ötschergräben, schöne Frauen und manchmal auch Landschaft zu fotografieren. Zuhause angekommen  wurden die Bilder natürlich sofort in den Rechner importiert und dann in einem entsprechenden Raw-Konverter geöffnet und entwickelt. Ich dachte zu diesem Zeitpunkt immer noch, dass tolle Bilder von der Kamera, mit der sie gemacht sind, abhängen. Voller Stolz habe ich die Bilder dann ins Netz gestellt und gewartet was passiert. Und ehrlich gesagt ist fast gar nix passiert! Ich verstand das damals noch nicht und dachte, dass die Welt noch nicht reif für meine Bilder ist. Bis zu dem Zeitpunkt, wo mich eine Facebook-Message aus Deutschland erreichte, in der zu lesen war: „Meinst du das ernst?“ – ich begann nachzudenken.

Die Bilder waren zwar „halbwegs scharf“, dank dem Autofocus-System von Nikon, aber scharf ist noch kein Garant für gut! Man kann auch einen Haufen Mist, also einen Misthaufen technisch sehr scharf abbilden. Es ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass ein Misthaufen ein Haufen Mist bleiben wird!

Es hat bei mir einige Zeit gedauert, um zu dieser grundlegenden folgenden Erkenntnis zu kommen: „Mist bleibt Mist“- egal mit welcher Kamera er fotografiert wird und wenn der Mist auch noch knackescharf ist, d. h. wenn jedes „Häufchen Scheisse“ ganz genau zu sehen ist, dann wird es noch schlimmer.

das war der Moment, wo ich mich gefragt habe, wovon gute Fotografie eigentlich abhängt. Sind es wirklich 51 Autofocus-Messfelder, die ein Bild zu einem schöneren Bild machen?

Nein! Ganz bestimmt nicht!

In Wirklichkeit braucht man all die Menüfunktionen einer modernen Kamera nicht. sie lenken nur vom eigentlichen Ziel, – nämlich ein top Foto zu schiessen, ab.

In Wirklichkeit gehts nur um Verschlusszeit und Blende (wegen der Tiefenschärfe warats…).

Der Rest des Bildes sollte bereits vor der Aufnahme im Kopf des Fotografen als Fotoziel präsent sein. Und ich garantiere Euch eines! Wenn ihr so weit seid und meine Betrachtungsweise teilen könnt ( mit der ich übrigens nicht alleine dastehe….) dann werdet Ihr beginnen darüber nachzudenken Eure Werke  auch wieder einmal auszudrucken. Vielleicht auf sehr hochwertigem Papier?

Ich empfehle hier Hahnemühle und ein Fine Art Print Verfahren!…Und eine simple Leica mit einem hochwertigen Objektiv…. 🙂

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